(von Martin Haltmayer)


Solisten Chor und Barockorchester musizieren vor der Kulisse der Maria Himmelfahrt – “Singet fröhlich Gotte” – Sonderbeifall für die Mitwirkenden
Rohr. (hm)
Ein besonderes musikalisches Erlebnis war das Kirchenkonzert Kirchenkonzert „Musica Sacra“ unter dem Titel „Singet fröhlich Gotte“ am Samstagabend in der Rohrer Abteikirche.

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Vor der Kulisse der Maria Himmelfahrt in der Rohrer Abteikirche musizierten die Sänger und das Orchester


Die Sopranistin Elisabeth Wimmer, Martina Kankova (Alt) und Philipp Kranjic (Bass), der neue Kammerchor der HfKM, das Barockorchester Rubio der Universität Regensburg mit Konzertmeisterin Hildegard Senninger und Dirigent Arn Goerke wurden von den begeisterten Zuhörern für die Kirchenmusik auf höchstem Niveau mit einem Sonderbeifall bedacht.
Schade eigentlich nur, dass die Zahl der Besucher hinter den Erwartungen zurückblieb und sie sich so einen musikalischen Hörgenuss bei den barocken Orgelweihkantaten der Komponisten Johann Gottfried Müthel und Gottfried August Homilius entgehen ließen.


Prior Frater Franz Neuhausen OSB von der veranstaltenden Benediktinerabtei Rohr sprach in seiner Begrüßung einen herzlichen Dank an alle Sänger, Solisten,und Instrumentalisten sowie dem Dirigenten Arn Goerke für die Vorbereitung dieses Konzertes aus. Sein besonderer Gruß galt Regierungsvizepräsident Dr. Helmut Graf und Bürgermeister Andreas Rumpel. Der Hausobere der Benediktinerabtei wünschte den Zuhörern, dass sie sich von den ergreifenden Gesang und den Melodien bei dem „Singet fröhlich Gotte“ inspirieren und tragen lassen.


Das Orgelweihen mit besonders festlicher Musik gefeiert werden, war bereits zu Lebzeiten der beiden Komponisten Johann Gottfried Müthel (1728 - 1788) und Gottfried Augustus Homilius (1714 - 1792) gerade in der Barockzeit ein guter Brauch in den Kirchen.
Ein großartiger Einstieg in das Konzert erfolgte durch den Chorgesang „Auf, du wertes Volk der Christen“ von den Sängerinnen und Sängern des neuen Kammerchores der Hochschule für Kirchenmusik begleitet von den Instrumentalisten des Barockorchesters Rubio der Universität Regensburg mit Konzertmeisterin Hildegard Senninger. Diese liessen noch die Choräle „Du willst ein Opfer haben“. „Du bist keiner Wohltat Hasser“ und „Auf Du wertes Volk der Christen“ folgen.


Eine besondere Rolle hatte Johann Gottfried Müthel dem slowenisch-östereichischen Bass-Solisten Philipp Kranjic zugedacht. Der versierte Opernsänger, der bereits an zahlreichen Opernbühnen in Deutschland und Österreich Engagements hatte, brillierte mit den Liedern, wie dem Rezitativ „Erhabner und dreieiniger Gott“, der Arie „Höchster lass den Herzog blühn“ und dem Rezitativ „Du Herr, Du Quelle aller Gaben“. Ihren Einstieg in das Konzert hatte Alt-Solistin Martina Kankova aus Tschechien mit dem Rezitativ „Du unseres Landes teure Sonne“.


Im zweiten Teil der Kantate dem „Singet fröhlich Gotte“, bei dem die Sopran-Arie „Der Saiten angenehmer Schall“ den Höhepunkt bildete.
Ein besonderer Hörgenuss war dabei der Einstieg der Sopran-Solistin Elisabeth Wimmer mit dem Rezitativ für Sopran und Orgel „Dem Höchsten Danken und Lobsingen – Der Saiten angenehmer Schall“, bei dem sie von Markus Rupprecht, an der Orgel, einem Dozenten an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regenburg, begleitet wurde. Hier brillierte die Orgel mit der Sängerin um die Wette.

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Die beiden Solistinnen Elisabeth Wimmer (rechts) und Martina Kankova brillierten beim Duett

 

Elisabeth Wimmer, eine Östereicherin, kann bereits trotz ihrer jungen Jahre auf eine vielbeachtete Konzerttätigkeit im In- und Ausland zurückblicken. Ihre Verpflichtungen führten sie nach Italien, Großbritannien, Deutschland, Schweden, Spanien und die USA, wo sie mit namhaften Konzertpartnern wie Babette Hierholzer, Helsingborg Symphony Orchestra, Staatskapelle Weimar, Südwestdeutsche Philharmonie, Jeunesse Orchester Wien, Ensemble Barucco, L‘Orfeo, Harmony of Nations Baroque Orchestra, Camerata Salzburg und vielen anderen zusammenarbeitete. Seit Herbst 2015 ist die Künstlerin freischaffend und sowohl auf dem Konzertpodium wie auch auf den internationalen Opernbühnen zu Hause.
Besonders ansprechend war das Duett der Sopranistin Elisabeth Wimmer mit der Alt-Solistin Martina Kankova mit dem „Wenn Glaub und Lieb im Herzen glimmt, wenn Mund und Herz zusammenstimmt, dann freuen selbst sich Engelchöre und preisen mit uns Gottes Ehre!“
Den Schlußpunkt des „Singet fröhlich Gotte“ von Gottfried August Homilius setzte der der „Neue Kammerchor der Hochschule für kath. Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg“, bei dem die Handschrift des in Schierling beheimateten Prof. Kunibert Schäfer spür- und hörbar ist, mit dem „Wenn Priester die Hände zum Himmel erheben“. Dirigiert wurde das Konzert von Arn Georke, einem erfahrenen Kapellmeister, der derzeit das Universitätsorchester der Universität Regensburg leitet.
Zwischenzeitlich hatten bereits viele der Zuhörer die Hände für den Sonderbeifall in Stellung gebracht, aber Beifall gibt es bei Kirchenkonzerten nicht auf offener Szene sondern leider erst zum Schluß der Veranstaltung.
Nach diesem Finale dieses 75-minütigen Konzertabends gab es einen lang anhaltenden Beifall für die Mitwirkenden, denen durch die hervorragenden Darbietungen viel abverlangt wurde.
Prior Frater Franz Neuhausen OSB bedankte sich bei den Solistinnen und bei Konzertmeisterin Hildegard Senninger mit schönen Blumensträußen und beim Dirigenten Arn Goerke mit einem Weinpräsent.

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Ein großes Pensum hatte der Bass-Solist Philipp Kranjic zu absolvieren.

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