Das globale Müllproblem ist derzeit in aller Munde. Gefordert wird mehr Nachhaltigkeit, um ihm zu begegnen. Mit dem Arbeitsauftrag, aus Material, das als Abfall erkennbar ist, recycelte oder up-gecycelte tragbare Oberteile zu kreieren, hat Kunstlehrerin Anne Karl am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr die Schüler(innen) der 11. Jahrgangsstufe aufgefordert, sich das aktuelle Problem bewusst zu machen und mögliche Lösungen in die Praxis umzusetzen.

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Herausgekommen sind bei dem Projekt äußerst fantasievolle Modeschöpfungen, die im Rahmen einer musikalisch untermalten Prêt-à-porter-Show erklärt und von den jeweiligen Designern vorgeführt wurden. An Ideen für die kreative Nutzung von Abfall mangelte es den Schülern nicht: Als Materialien für die Jacken, Westen und Tops wurden neben einer orangen LKW-Plane etwa ausgemusterte Feuerwehrstiefel oder gebrauchte Teebeutel verwendet, daneben kamen aber auch Videobänder, Puzzleteile, plattgewalzte Teelichtbehälter, alte Kalender, Milch-Tetrapacks, Espressobehälter, Noppenisolierfolie, bunte Schaumstoffrollen oder Blumentöpfe zum Einsatz.

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„Mit dem Material sollte aber auch gespielt werden“, erläuterte Anne Karl der MZ. So wurden die deutlichen Gebrauchsspuren der Gegenstände von den Schülern oft auch für spezielle farbliche Effekte gezielt genutzt und sehr individuelle Kragen-, Verschluss- oder Ärmellösungen gefunden. Ob beispielsweise bei einer Jacke die Ösen einer – durch den Gebrauch teilweise geschwärzten LKW-Plane – zu einem Abschluss am Hals umgestaltet wurden, aus Tee Knöpfe entstanden oder vorhandene Schließmechanismen von Tetrapacks oder Ordnern zum Schließen des neuen Kleidungsstücks umfunktioniert wurden - der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.


Für die Öffentlichkeit zu sehen sind die liebevoll gestalteten Kleidungsstücke, für deren aufwändige Herstellung die Schüler zuhause auch etliche „Überstunden“ leisten mussten, am Tag der offenen Tür am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr.

Mit „REdUSE“ soll 2019 am JNG außerdem ein weiteres Schul-Projekt in die Tat umgesetzt werden, das der Nachhaltigkeit dient. Nach der Auftaktveranstaltung im vergangenen Dezember sind viele Vorschläge eingegangen, die in der Pausenhalle ausgehängt sind und zurzeit von Schülern und Lehrern mit Favorisierungspunkten versehen werden. Anschließend werden auch die Eltern einbezogen, sodass ein bestimmtes Projekt ausgewählt kann, das in Angriff genommen wird. Nachgedacht wird etwa über die Installation eines Trinkwasserbrunnens.

 

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