Flüchtlingstag hautnah am JNG Rohr

Weltfluechtlingstag 2015 klein


Zum Flüchtlingstag am 2. Oktober besuchte der Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Rohr, Herr Siegfried Steinberger mit drei Flüchtlingen aus Afrika, die in Rohr untergebracht sind, sowie mit zwei Betreuerinnen das Gymnasium. Die Schüler konnten sich in den Pausen an einem Infostand zum Thema Flüchtlinge informieren oder auch Fragen an diese stellen. Außerdem wohnte das Team auch dem Unterricht bei, indem sie in fünf Klassen die Religionsstunde gestaltete.


Als uns ein paar Tage zuvor unser Religionslehrer Herr Gehr erzählt, dass uns am Freitag Flüchtlinge besuchen werden, merkt man, dass ein Teil der Klasse kein Interesse an diesem Thema hat, ein anderer es Leid ist und nur ein kleiner Teil etwas Begeisterung zeigt. Also ist die Stimmung in der nächsten Religionsstunde gemischt, als Siegfried Steinberger mit seinen Schützlingen schließlich das Klassenzimmer betritt. Man bemerkt skeptische und überforderte Blicke auf beiden Seiten. Nur zögerlich machen wir einen Sitzkreis, denn keiner will neben einem der Flüchtlinge sitzen. Nach der Überwindung der anfänglichen Ängste beginnen Herr Steinberger und sein Team die Stunde, indem sie uns mit einem Hörbeispiel und einem Bild in das Thema einführen. Sie handeln von der Situation vor und auf Lampedusa. Darauf erzählt uns Mohammed, ein 26 jähriger Flüchtling aus Eritrea, von seiner Flucht nach Deutschland. Er schildert uns seine Flucht in überraschend gutem Deutsch: Auf einem völlig überladenem Jeep fuhr er drei bis vier Tage im Stehen durch die Sahara für einen unmenschlichen Preis  von 1700 Dollar. Auch Musa setzte mit 125 weiteren Flüchtlingen in einem Schlauchboot über, wobei 8 Menschen die Fahrt nicht überlebten. Man sieht ihm an, dass es ihm schwer fällt, davon zu erzählen. Dabei stellt sich uns die Frage: Warum nimmt man überhaupt solche Strapazen und Gefahren auf sich? Mohammed erzählt uns daraufhin von der Situation in seinem Heimatland. Dort herrscht die zweitschlimmste Diktatur der Welt, das heißt, dass jeder unausweichlich dem  Militär zu dienen hat. Außerdem gibt es dort kein Internet oder Festnetz. Kommunikation ist nur über Handys möglich. Herr Steinberger zählt neben der Regierung noch weitere Fluchtgründe wie Religion, Hunger, Armut und Bürgerkrieg auf. Deshalb wählen sie oft den stärksten Mann aus ihrem Dorf, damit dieser sich auf eine  circa 3-4 Monate lange Flucht begibt, um danach in Europa ein reicher Mann zu werden, damit er Geld zurückschicken kann, durch das weitere Leute fliehen können. Aber nach der Ankunft ist ihr Leiden noch lange nicht vorüber. Neue Probleme wie das Eingewöhnen in die neue Kultur, die Unterbringung, Schulbildung der Kinder , Asylanträge und Arbeitssuche entstehen. Musa wartet nun seit fast eineinhalb Jahren auf Asyl, da er aber aus einem "sicheren" Land kommt, wird ihm bisher kein Asyl und auch keine Arbeitsgenehmigung gestattet. Mohammed hingegen hatte Erfolg bei der Arbeitssuche. Er ist mittlerweile ein unersetzlicher Pfleger im Rohrer Altenheim. Wir reden auch über die sinnlosen Grenzkontrollen, die nur Stau verursachen, und die unmenschlichen Flüchtlingslager, die nur dazu dienen, die Flüchtlinge möglichst schnell wieder abzuschieben. Nach kurzer Eingewöhnungszeit fühlen sie sich jedoch wohl in Deutschland und sind froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Zu ihrem vollständigen Glück wollen sie noch ihre Familien nachholen, mit denen sie auf der Flucht kaum Kontakt halten konnten. Am wichtigsten ist es jedoch, den Kindern Bildung zu ermöglichen, da die Gefahr einer " verlorenen Generation" besteht. Deshalb unterstützt unsere Schule eine Schule in Bar Elias im Libanon, wo syrische Flüchtlingskinder Unterricht erhalten. Wir finden es schade, als es klingelt und die Stunde somit beendet ist . In der Pause unterhalten wir uns über die letzte Stunde und stellen fest, dass ein gewisser Sinneswandel eingetreten ist. Dadurch, dass wir persönlich mit den Betroffenen reden konnten, wurde uns erst bewusst, wie schlimm diese Situation für die Flüchtlinge wirklich ist und dass sich die Probleme nicht auf kalte Fakten reduzieren lassen.
von Monika Sipmeier und Annika Scharf

nächste Termine

20 Nov 2017;
08:00 - 16:00 Uhr
Klassensprecherfahrt (Schauerhaus)
22 Nov 2017;
00:00
Buß- und Bettag (unterrichtsfrei)
24 Nov 2017;
19:00 -
Tanzkursabschlussball
04 Dez 2017;
08:00 - 00:00 Uhr
Einkehrtage 10a/b
06 Dez 2017;
08:00 - 00:00 Uhr
Einkehrtage 10c
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